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Termine

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KINDER STARK MACHEN - Aspekte früher Förderung

Entwicklung der Persönlichkeit von Kindern mit Lernbehinderungen

Herzliche Einladung zur Arbeitstagung vom 18. - 20. Juni 2010 in Stuttgart / Baden-Württemberg

Einladung (pdf, 62 KB)

 - Anmeldung nicht mehr möglich -

FIT FÜR ARBEIT -

FIT FÜR MENSCHEN MIT LERNBEHINDERUNGEN

- Stärkung der Persönlichkeit junger Menschen

- Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben

Seminar vom 21. - 23. Mai 2010 in Rummelsberg / Bayern

Einladung zum Herunterladen (pdf, 49 KB)

- Anmeldung nicht mehr möglich -

FIT FÜR ARBEIT - FIT FÜR TEILHABE

Seminar für junge Leute vom 21. - 23. Mai 2010 in Rummelsberg / Bayern

Einladung zum Herunterladen (pdf, 750 KB)

 

 

MENSCHEN MACHEN TEILHABE - TEILHABE MACHT MENSCHEN

Teilhaben2010.de - Fachtagung zur Beruflichen Eingliederung
vom 24. - 25. September 2010 in Berlin
siehe www.teilhaben.de

Zuletzt aktualisiert am Mittwoch, den 16. Juni 2010 um 18:21 Uhr
 

Neu: Informationsbroschüre

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Aktivität und Teilhabe

Informationsbroschüre für Menschen mit Lernbehinderungen und ihre Angehörigen
Band 1: Familien von Kindern mit Lernbehinderungen und Entwicklungsverzögerungen

Kinder mit Entwicklungsverzögerungen und Lernbehinderungen haben ein Recht auf eine zufriedenstellende und glückliche Kindheit und Jugendzeit. Um ihnen uneingeschränkt Aktivität und Teilhabe zu ermöglichen, brauchen sie individuelle Förderung, Unterstützung und Begleitung.
Wissen um Rechte, Kenntnisse der Lernbehinderung und der damit verbundenen Möglichkeiten einer günstigen Beeinflussung der frühkindlichen Entwicklung legen Grundlagen für ein selbstbestimmtes
Leben als Erwachsene.
- Gerne schicken wir Ihnen diese Broschüre gegen eine Versandkostenpauschale zu. -  

Zuletzt aktualisiert am Sonntag, den 21. Juni 2009 um 08:58 Uhr
 

Bundesausschuss

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Bundesausschuss

25. - 27. September 2009 in Behringen / Thüringen

Die Rechte von Menschen mit Lernbehinderungen
Recht auf Bildung - Recht auf Aktivität und Teilhabe

Im Zentrum des diesjährigen Bundesausschusses stand Artikel 24 der UN-Konvention: Wie kann die schulische Bildung für Kinder und Jugendliche mit einer Lernbehinderung gestaltet werden, damit ihr Recht auf Bildung gewahrt wird? Entscheidend sind dabei die Fragen, wie Kinder und Jugendliche mit einer Lernbehinderung ihre Schulzeit erleben, ihre Persönlichkeit entwickeln und Handlungskompetenzen für eine selbständige Lebensführung erwerben können – früher, heute und in Zukunft – und in welchem Zusammenhang die Bestimmungen der UN-Konvention stehen: Wo liegen die Grenzen, was ist möglich?

Bundesvorstand und Vorsitzende der Landesverbände diskutierten ausführlich die verschiedenen Facetten dieser Fragestellungen. Das Wichtigste ist, das stand für alle fest, das Wohl des einzelnen Kindes. Der richtige Weg zur Teilhabe in der Gesellschaft muss für jedes Kind gefunden und mit jedem Kind individuell gegangen werden.

Freitag, 25. September 2009

In historischem Rahmen im denkmalgeschützten Schlosshotel Behringen begrüßte die Bundesvorsitzende, Mechthild Ziegler, die Delegierten und dankte insbesondere Dr. Valentin Aichele für sein Kommen und seine Gesprächsbereitschaft.

Dr. Valentin Aichele, Leiter der Monitoringstelle des Instituts für Menschenrechte, referierte über „das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“, und informierte die interessierten Zuhörer über Entstehung, Bedeutung und Umsetzung der UN-BRK. Im Anschluss an diesen aufschlussreichen Vortrag berichtete Pfarrer Bernd Reinzhagen aus Solingen vom gemeinsamen Unterricht, den seine Tochter Jasmin besucht und zeigte eindrücklich, wie Integration/Inklusion gelingen kann, wenn die Voraussetzungen und Rahmenbedingungen stimmen. Wie entscheidend persönliche Faktoren sind, verdeutlichte auch die folgende Aussprache, in der die verschiedenen Facetten angeregt diskutiert wurden. Gelungene, aber auch gescheiterte Versuche der schulischen Integration wurden vorgestellt und ausführlich besprochen. Dabei wurde deutlich, dass sich das Gelingen stets bei der Umsetzung vor Ort entscheidet!

 

Diskussion: Welche Ansprüche haben wir an die Bildung unserer Kinder?

Ernst Heimes betonte in seiner Eröffnung der Diskussion, dass der Ablehnung einer Beschulung in einer allgemeinen Schule von Elternseite oft leidvolle Erfahrungen vorausgingen. Erfahrungen, die Eltern und ihre Kinder gemacht hätten und die sie zu Verfechtern der Förderschule machten. Diese Erfahrungen und die dabei entstehenden sozialen Prozesse dürften nicht einfach übergangen werden, sondern müssten in der Umformung des Bildungssystems berücksichtigt werden. Damit ein sich veränderndes Bildungssystem akzeptiert werde, müsse sich das System langsam weiterentwickeln. Schließlich müsse eine wirkliche Inklusion stattfinden, die auch Kinder mit einer Lernbehinderung konzeptionell berücksichtigt. Die Betrachtungen im Sonderschulbereich konzentrierten sich zurzeit jedoch vor allem auf körperliche, geistige und seelische Behinderungen.

Ausschlaggebend, so ergänzte Rainer Triller, sei nicht nur die Frage, was sich in der Sonderschule ändern müsse, sondern vielmehr auch, wie sich die allgemeine Schule auf unsere Kinder einstellen könne. Nicht zu vernachlässigen sei dabei, was an den jeweiligen Übergängen passiere, betonte Hans-Georg Kalbhenn.

Brigitte Schulz-Löffler sprach diesbezüglich einen weiteren, grundlegenden Bereich an, der in der aktuellen Diskussion sehr oft ausgeblendet werde: nämlich der Anschluss an die Schule. Aus ihrer Sicht zeige sich, dass Peergroups immer mehr auseinanderfallen und spätestens in der Pubertät auch Jugendliche aus Integrationsklassen keinen Kontakt mehr zu anderen Jugendlichen haben. Dass Kinder mit Lernbehinderungen von anderen beispielsweise nicht zum Geburtstag eingeladen werden, das bestätigten die Eltern einstimmig. Je älter Kinder mit einer Lernbehinderung werden, desto schwieriger werde der schulische und der soziale Anschluss. Im BBW blühten viele Jugendliche regelrecht auf, weil sie endlich unter gleich starken Jugendlichen seien und dabei Erfolg und Anerkennung spürten. Auch diese Erfahrung wurde von den anwesenden Eltern bestätigt. Jürgen Seifermann hob hervor, die Inklusion am Arbeitsmarkt sei entscheidend, damit die Zukunft der Jugendlichen und jungen Erwachsenen gesichert sei.

 

In weiteren Beiträgen wurde neben strukturellen Fragen die jeweils individuelle Sicht der Kinder und Jugendlichen nicht außer Acht gelassen. Es dürfe zum Beispiel, so Mechthild Ziegler, nicht passieren, dass ein Kind in seinen Fähigkeiten überschätzt und sein Förderbedarf vernachlässigt werde. Seinem Recht auf Bildung werde dann nicht nachgekommen. Daran anknüpfend betonte Michael Tonndorf, dass sich für Kinder und Jugendliche mit einer Lernbehinderung durch die Umsetzung der UN-BRK keine Nachteile ergeben dürfen. Es müsse dementsprechend auch offen darüber diskutiert werden, ob das Recht auf Bildung nicht auch mit dem Recht auf Inklusion in Konflikt geraten könne.

 

Die verschiedenen Fragen und Bedenken, die in der Diskussion geäußert wurden, zeigten, dass bei einer gerechten Umsetzung UN-BRK viele Faktoren und Effekte beachtet werden müssen. Unerlässlich ist dabei, dass sich die Einstellungen vor allem in den Köpfen ändern –insbesondere die Sichtweise auf Kinder und Jugendliche mit einer Lernbehinderung betreffend.

 

Was können wir tun?

Nicht nur im Rahmen der Veranstaltung, sondern auch während des Abendessens, in den Pausen und beim gemütlichen Ausklang des Tages, drehten sich die lebhaften Gespräche weiterhin um die Umsetzung der UN-Konvention.

Am Ende stand für alle fest: Wir dürfen nicht das aufgeben, was wir für richtig halten! Vielmehr müssen wir erhalten, was sich bewährt hat und vorhandene Strukturen gemeinsam fachlich und sorgsam weiterentwickeln.

 

 

Samstag, 26.09.2009

Der Samstag wurde mit einem weiteren persönlichen Bericht eingeleitet: Eine Mutter aus Berlin erzählte eindringlich den (Leidens-)Weg ihres Sohnes von der allgemeinen Schule zur Förderschule.

 

Hieran schloss sich erneut eine rege Diskussion an. Die Erkenntnisse des Vortages wurden dabei vertieft und bestätigt: Es gibt nicht „eine richtige Lösung“, vielmehr hat jedes Kind individuelle Bedürfnisse, jedes Kind ist abhängig von der regionalen Situation: Für jedes Kind muss eine individuelle Lösung gefunden werden. Viele Kinder gehen aber in einer allgemeinen Schule, mit den Möglichkeiten, die diese derzeit anbieten, unter.

Wichtig ist aus diesem Grund, dass jedes Kind die Chance erhält, den für sich richtigen Platz, die richtige Schulart zu finden – Leistungsdruck und Leidenswege sind dabei zu vermeiden!

 

Nachdem die Sicht der Kinder und ihrer Eltern an Hand mehrerer Beispiele aus den verschiedenen Bundesländern vorgestellt wurden, berichteten die Vertreter der einzelnen Landesverbände über den aktuellen Stand der sonderpädagogischen Förderung in ihrem Bundesland. Das System der Förderzentren in Bayern wurde ebenso vorgestellt, wie das Förderschulsystem in Baden-Württemberg. Insbesondere die Situation in Schleswig-Holstein und Berlin wurden von den Delegierten als äußerst bedenklich angesehen.

An dieser Stelle wurde sehr deutlich, wie unterschiedlich die Systeme sind und welche gravierende Bedeutung dies für die Kinder und Jugendlichen mit einer Lernbehinderung haben kann.

Die Entscheidung, welche Schule das Kind besuchen darf oder muss, liegt in den wenigstens Bundesländern bei den Eltern. Auch in Ländern mit Elternwahlrecht besteht ein Ressourcenvorbehalt, die Schulverwaltung kann in letzter Instanz eine andere Entscheidung treffen.

Ein großes Problem ist und bleibt demnach der Föderalismus in Deutschland. Es gibt 16 verschiedene Bildungssysteme mit unterschiedlichen regionalen Ausprägungen und Modellprojekten: Ob und wie ein Kind sonderpädagogisch gefördert wird, hängt in erster Linie von seinem Wohnort ab – und ist damit letztlich Glück oder Schicksal.

 

Sonntag, 27. 09. 2009

Am Sonntag stellte Ernst Heimes in seiner bekannten lebendigen und eingänglichen Art Bourdieus Thesen in der Praxis vor: Unsere Jugendlichen auf dem „Markt des Lebens: Was Eltern und Experten dazu mitgeben können.“ Dabei wurden Möglichkeiten der Vorbereitung auf ein selbstbestimmtes Leben während der Kindheit und Jugendzeit erarbeitet, Freizeit und Beruf diskutiert.

 

Das letzte Thema der Bundesausschusssitzung war die Teilhabe am Arbeitsleben. Nach einem Austausch zu aktuellen Entwicklungen in der Berufsvorbereitung und Ausbildung verabschiedeten sich die Delegierten. Für ihre Alltagsarbeit konnten von diesen Tagen in Behringen alle neue Impulse mitnehmen.

 

Martina Ziegler

 

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 06. November 2009 um 15:09 Uhr
 

Arbeitstagung „Kinder individuell fördern und begleiten“

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Freitag, 3. Juli 2009 – Sonntag, 5. Juli 2009 in Königswinter / Bonn

Kinder und Jugendliche mit Lernbehinderungen brauchen individuelle Förderung und Begleitung - aber wie? Um sich intensiv mit diesem Themenspektrum auseinander zu setzen, trafen sich Mitglieder des LERNEN FÖRDERN Bundesverbandes und weitere ehrenamtlich Engagierte zur diesjährigen Arbeitstagung in Königswinter: Von Freitag, den 03. Juli 2009 bis Sonntag, den 05. Juli 2009 referierten Expertinnen und Experten im Tagungshaus AZK Königswinter bei Bonn, arbeiteten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Kleingruppen und hatten drei Tage Zeit für angeregte Diskussionen und einen intensiven Erfahrungsaustausch.

 

Den Auftakt gestaltete Manfred Burghardt, Bereichsleiter Pädagogik der Lernförderung des Staatlichen Seminars für Didaktik und Lehrerbildung in Freitag. In seinem Beitrag „Durch Bildung zu Aktivität und Teilhabe“ betonte er die Unverzichtbarkeit individueller Bildungsangebote und der individuellen Lern- und Entwicklungsbegleitung (ILEB). Mit Hilfe eines Films stellte er Janek vor. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer setzten sich anschließend damit auseinander, wie Janeks Kompetenzen auf der Grundlage der diagnostischen Erkenntnisse gestärkt werden können. Manfred Burghardt besprach mit ihnen, wie die Förderplanung gewinnbringend gestaltet und wie die Förderung in Realsituationen erfolgen kann. Als konkrete individuelle Bildungsangebote wurden Heilpädagogische Förderung und Therapien genauso thematisiert wie Theater spielen, Bewegung und Bewegungsspiele in der Freizeit, Lesen mit einem Lesepaten u.v.m.

 

Auch am Samstag lag der Fokus auf der praktischen Arbeit. Marina Hengstler, lernen fördern Kinderland gGmbH, stellte vor, wie im Familienzentrum Am Wittenbrink, Ibbenbüren Kinder individuell fördert und begleitet werden. Neben vielen verschiedenen Projekten bietet die Ganztagsbetreuung auch Therapeuten und eine Vielzahl an Förderprogrammen, um die Kinder optimal auf ihr weiteres Leben vorzubereiten. Bei Bedarf finden auch Schulkinder hier weiterhin ihre Ansprechpartner. Das Familienzentrum richtet sich ganz auf die Bedürfnisse seines Einzugsgebietes aus, deshalb erhalten auch Eltern Hilfsangebote (Familientherapie und Schuldnerberatung) sowie Raum und Gelegenheit, sich kennen zu lernen und untereinander auszutauschen.

 

Elisabeth Schmies, Schulleiterin der inklusiven Grundschule Wolperath in Neunkirchen-Seelscheid /NRW ging der Frage nach, wie eine inklusive Grundschule allen Kindern gerecht werden und wie allen Kindern Wertschätzung entgegengebracht werden kann. Gemeinsam in Vielfalt lautet dabei ihr Motto, ihre Schule sieht sie als Haus des Lebens und Lernens mit dem Fundament eines christlichen Welt- und Menschenbildes. Kinder können durch die Einbeziehung vieler Kooperationspartner nicht nur schulisch gefördert werden, vielmehr sind in offenen Ganztagsangeboten viele in der Gemeinde mit der Erziehung und Bildung Beauftragte beteiligt.

 

Nach der Mittagspause setzte sich Josef Stempfle, Sonderschulrektor der Förderschule Pfullendorf /Baden-Württemberg mit dem Entwicklungsspiegel auseinander. Er stellte dar, wie der Entwicklungsstand und die Leistungsfähigkeit eines Kindes individuell betrachtet, dokumentiert und reflektiert werden können. Die sich daraus ergebende Förderung wird gemeinsam erarbeitet. In Gesprächen werden die Vorstellungen und Wünsche des Kindes aufgenommen. Nur auf diese Weise, so betonte Josef Stempfle, könne die Eigenverantwortlichkeit des Kindes gestärkt werden. Auch über die Einbeziehung der 25 ehrenamtlichen Jugendbegleiter von LERNEN FÖRDERD Pfullendorf informierte Josef Stempfle sehr eindrucksvoll.

 

In Kleingruppen erörterten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer schließlich Möglichkeiten der Unterstützung und Begleitung von Kindern mit Lernbehinderungen durch Eltern, Jugendbegleiter, Paten, und weiteren ehrenamtlich Engagierten in ihrem Umfeld.

 

Den sonntäglichen Abschluss gestaltete Diplompädagoge Ernst Heimes, indem er den Lebensweltbezug der Kinder und Jugendlichen und die informelle Bildung in den Mittelpunkt rückte. Wie steht das Kind, der Jugendliche in seiner Welt? Vor allem für Eltern sei es wichtig, Förderorte und Fördersituationen rechtzeitig zu erkennen und zu nutzen.

 

In der abschließenden Diskussionsrunde konnten die Tagungsteilnehmerinnen und -teilnehmer die Erkenntnisse der letzten Tage gemeinsam reflektieren und Ergebnisse formulieren. Ein gemeinsames Mittagessen rundete dieses ergiebige Wochenende ab.

Gefördert wurde die Arbeitstagung vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend.

 

Einladung zur Tagung (pdf, 105KB)

 

Zuletzt aktualisiert am Samstag, den 01. Mai 2010 um 13:28 Uhr
 

Seminar "Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben"

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Seminar "Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben"

und Seminar für junge Leute

Freitag 22. Mai 2009 bis Sonntag, 24. Mai 2009

 

Von Freitag, den 22. Mai 2009 bis Sonntag, den 24. Mai 2009 trafen sich Mitglieder des LERNEN FÖRDERN Verbandes und Interessierte aus allen Teilen Deutschlands in Erkner bei Berlin zum diesjährigen LERNEN FÖRDERN Seminar „Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben durch Stärkung der Persönlichkeit junger Menschen mit Lernbehinderungen und durch Aufbau notwendiger Begleitung.“Seit mehreren Jahren wird dieses Seminar für Jugendliche und junge Erwachsene mit einer Lernbehinderung geöffnet, Selbstbestimmung wird damit verwirklicht. Junge Frauen und Männer mit Lernbehinderung und ihre Angehörigen können sich informieren, sich miteinander austauschen und neue Erkenntnisse gewinnen. Die Jugendlichen reisten gemeinsam mit ihren Eltern, Geschwistern, Partnern oder ehrenamtlich Engagierten an und setzten sich zweieinhalb Tage intensiv mit ihrer Arbeitssituation und ihrer Aktivität und Teilhabeauseinander.

Nach der allgemeinen Begrüßung am Freitagnachmittag für alle Teilnehmer durch die Bundesvorsitzende Mechthild Ziegler verteilten sich die verschiedenen Gruppen auf die Tagungsräume und begannen mit ihrer Arbeit.

Seminar: Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben

Der erste Seminartag stand im Zeichen wissenschaftlicher Beiträge und Untersuchungen der PH Heidelberg von Prof. Dr. Birgit Werner, Sven Basendowski und Sara Müller. Birgit Werner ging der Frage nach, in welchen alltäglichen Zusammenhängen der Mensch lesen und rechnen muss, in welchen Kontexten diese Kulturtechniken im Alltag benötigt werden und wie sie gelernt werden können, damit die Jungen und Mädchen mit einer Lernbehinderung das Gelernte in ihrem Alltag praktisch anwenden können. Sven Basendowski stellte erste Ergebnisse seines Forschungsprojekts BeWeMaKo (Berufliche Werdegänge – Mathematische Kenntnisse) zu den beruflichen Werdegängen von 500 Jugendlichen (Absolventinnen und Absolventen der Förderschule) vor, abschließend berichtete Sara Müller über eine Befragung zu Berufswünschen und deren Realisierung vor.

Die samstäglichen Vorträge widmeten sich den unterschiedlichen Wegen und Unterstützungssystemen in den Beruf und in die Arbeitswelt, die den Jugendlichen mit einer Lernbehinderung offen stehen. Bernhard Jäschke und Ludger Lünenborg vom lernen fördern Kreisverband Steinfurt, berichteten über die Förderkette von der Schule in den Beruf mit einer umfassenden Begleitung in allen Bereichen und von Lernen foerdern Dienstleistungen, einem Integrationsunternehmen, in dem derzeit 53 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Arbeitsplatz finden und jeder dort eingesetzt wird, wo seine individuellen Fähigkeiten optimal zum Tragen kommen.

Philipp Demling stellte die Konzeption des Förderzentrums Schwabach vor, in dem Mädchen und Jungen optimal auf ein Leben mit Arbeit vorbereitet werden.

Cornelia Biesenthal berichtete von einem Projekt, in dem ehrenamtliche Lernbegleiter bereits während der Schule mit Jugendlichen nicht nur lernen sondern sich auch um die Entwicklung von Sozialkompetenzen bemühen. Schließlich stellte Dr. Ingeborg Teipel das Patenmodell in Schopfheim vor. Ingeborg Teipel engagiert sich seit 10 Jahren neben ihrer Berufstätigkeit als Ärztin ehrenamtlich und hat inzwischen 15 Patenkinder betreut.

Dr. Ingeborg Teipelt ist Patin an der Johann-Peter-Hebel Förderschule in Schopfheim (Baden-Württemberg) und begleitet Jugendliche auf ihrem Weg in ihren Beruf: Von den letzten Schulklassen bis zu ihren Vorbereitung auf die Prüfungen und bei Bedarf auch darüber hinaus. Sie stellten den Zuhörinnen und Zuhörer das Patenmodell der Johann-Peter-Hebel-Schule näher vor: Es baue auf der Grundlage der „Gemeindenahen Förderschule“ auf und sei damit seit 10 Jahren sehr erfolgreich. Zum Erfolg tragen dabei insbesondere folgende Faktoren bei:

- Regelmäßige Treffen des Patenkreises

- Fortbildung der Paten

- Konzeptionelle Begleitung durch einen Patenbeirat

- Zusammenarbeit mit der Jugendberufshelferin der Förder- und der Berufsschule,

- dadurch ist auch eine gezielte Zuordnung Schüler-Pate möglich

- Mitarbeit der Oberstufenlehrer im Patenkreis

- Einbinden der Erziehungsberechtigten

- Mitwirken verschiedener gesellschaftlicher Gruppen (z.B. Kirchen)

-

Auf diese Weise müsse kein Pate für sich arbeiten, sondern habe die Möglichkeit, sich mit anderen Paten auszutauschen und sich Rat bei Fachkräften zu holen – so erfahre jeder Pate und jede Patin auf vielfältige Art und Weise Unterstützung und könne einen persönlichen Gewinn aus ihrer Tätigkeit ziehen. 

Die angenehme und produktive Arbeitsatmosphäre ermöglichte einen regen und nachhaltigen Austausch von Wissen und Informationen. In Arbeitsgruppen, bei den gemeinsamen Mahlzeiten, bei den Abendveranstaltungen (zum Beispiel einer historischen Stadtführung durch Erkner) und den sich anschließenden gemütlichen Zusammenkünften hatten die Tagungsteilnehmer Zeit und Raum, das Gehörte zu vertiefen und sich auch über ihre Situation und die Bedingungen in den verschiedenen Regionen und Bundesländern auszutauschen.

Am Sonntag setzte sich Ernst Heimes mit den Kriterien für eine erfolgreiche Teilhabe am Arbeitsleben auseinander und verdeutliche anschaulich, wie Familien ihre Kinder stärken und auf ihrem Weg begleiten können.

Bericht der Jugendlichen und jungen Erwachsenen

Während die Eltern, Partner, ehrenamtlich Engagierte und Interessierte zusammenkamen, um sich über die Förderung der Teilhabe am Arbeitsleben zu informieren und Impulse für ihre Arbeit zu gewinnen, setzten sich auch die Jugendlichen und jungen Erwachsenen selbst mit diesem ihrem Anliegen auseinander und um ihre eigenen Bedürfnisse, Sorgen und Wünsche zu reflektieren. Einige der Seminarteilnehmerinnen und -teilnehmer kannten sich bereits aus den letzten Jahren, aber es waren doch wieder neue Teilnehmer dabei, die sich – wie sollte es dieses Jahr anders sein – erstaunlich schnell eingliederten: Eine neue, harmonische und gut zusammenarbeitende Gruppe entstand. Ca. 20 Jungen und Mädchen zwischen 15 und 31 Jahren arbeiteten an den zweieinhalb Tagen gut und fruchtbar zusammen – und hatten dabei auch sehr viel Spaß miteinander. Betreut wurden sie in diesem Jahr von Christian Ramin, Ursula Mittag und Martina Ziegler.

Der erste Tagungspunkt bestand selbstverständlich darin, sich (besser) kennen zu lernen. Nach dieser ersten Runde besprach sich die große Gruppe, welche Schwerpunkte sie in diesem Jahr setzen will. Verschiedene Vorschläge wurden von den jungen Leuten eingebracht, anschließend wurde gemeinsam besprochen, wie sich Gruppen zusammenfinden können. Eine schwierige Entscheidung in diesem Jahr – gab es doch einige Möglichkeiten, viele Ideen und Wünsche! Doch schließlich stand der Plan fest: Drei Arbeitsgruppen wurden gebildet, deren Inhalte und deren Verlauf auch von einigen Teilnehmern dokumentiert werden sollten. Ein Vorschlag, der aus der Gruppe kam und gerne aufgegriffen wurde, da auch der Umgang mit den neuen Medien, digitalen Abspielgeräten, Computer und Internet in der heutigen Zeit nicht mehr wegzudenken ist. Mit Videokamera und Laptop ausgerüstet machten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer an die Arbeit. Dabei ließ sich Florian nicht von den technischen Hürden im Tagungshotel irritieren: Dank seines Engagements konnten die Gruppen bei der gemeinsamen Abschlussveranstaltung mit einer PowerPointPräsentation allen Beteiligten zeigen, womit die Jugendlichen ihre Zeit verbracht haben.

Das richtige Auftreten im Bewerbungsgespräch, aber auch in der Arbeit und der Freizeit nimmt heute einen immer wichtigeren Stellenwert ein: Wie wirke ich auf meinen (zukünftigen) Arbeitgeber? Wie kann ich mich richtig ausdrücken, wie meine Vorstellungen vermitteln? Mit dieser Frage beschäftigten sich deswegen alle Seminarteilnehmer, unabhängig von ihrer Gruppenarbeit: Aus diesem Grund absolvierten alle Jugendlichen am Samstagnachmittag ein Kommunikationstraining und referierten zu einem Thema ihrer Wahl, mit dem sie sich im Vorfeld auseinandergesetzt hatten. An der Flipchart stellten sie ihr Thema einer kleinen Gruppe vor und erhielten anschließend ein ausführliches Feedback. Alles natürlich vor laufender Kamera.

Die erste Kleingruppe beschäftigte sich mit Fragen rund um den Themenbereich Arbeit: Wie finde ich heute einen Arbeitsplatz? Unter welchen Bedingungen muss man heute arbeiten? Hier wurde das Thema Kurzarbeit/Umgang mit der Kurzarbeit ebenso angesprochen wie Kommunikation und Verhalten am Arbeitsplatz. Im Vordergrund standen Fragen zur Bewerbung: Wo kann ich mich bewerben? Wie bewerbe ich mich und worauf muss ich alles achten?

Die zweite Gruppe beschäftigte sich mit dem wichtigen Thema Partnerschaft und Beziehung: Was ist wichtig in einer Beziehung, wie kann ich mein Leben (meine Ausbildung, meine Berufsvorbereitung, meine Arbeit) gut mit meinem Privatleben vereinen? Ein wichtiger Punkt war in dieser Gruppe das Thema „Liebeskummer“: Wie kann ich damit umgehen, so dass ich trotz Liebeskummer mein Leben weiterlebe? Was kann ich machen, damit ich dennoch meine Arbeit gut machen, mich auf meine Ausbildung, auf das Lernen konzentrieren kann und mich von meinen Gefühlen nicht überwältigen lasse?

In einer sehr offenen und ehrlichen Runde besprachen sich die teilnehmenden Mädchen, tauschten sich aus und gaben sich gegenseitig Tipps. Es wurde deutlich, wie wichtig es ist, einen Ansprechpartner zu haben. Wenn mich etwas beschäftigt, und ich merke, dass ich nicht alleine damit zurecht komme, dann muss ich mit jemanden darüber reden.

Die dritte Gruppe setzte sich mit einer anderen wichtigen Alltagsfrage auseinander: Wohnen. Wer erwachsen wird, eine Ausbildungsstelle oder einen Arbeitsplatz hat, der hat den Wunsch, von zu Hause auszuziehen. Aber was muss ich dabei beachten? Welche Möglichkeiten habe ich überhaupt? Die Jungen und Mädchen diskutierten rege die Vor- und Nachteile einer eigenen Wohnung und die damit verbundene Verantwortung. Dabei wurden die vielen Aspekte deutlich, die bedacht werden müssen – idealerweise, bevor ein Mietvertrag unterschrieben wurde. Entscheidend ist nicht nur die Finanzierung: Welche Kosten kommen auf mich zu? Was muss ich alles bezahlen? Ebenso wichtig ist die Überlegung, was es eigentlich für mich bedeutet, „allein zu wohnen“. Denn, das wird schnell deutlich, allein wohnen bedeutet auch, (fast) alles selbst machen zu müssen. Schließlich stellt sich die Frage: „Bin ich überhaupt gerne allein?“ …

Gearbeitet wurde von 9 bis 18 Uhr. Nach dem Abendessen ließ die Gruppe der jungen Erwachsenen gemeinsam den Abend ausklingen. Ob bei der Nachtwanderung, dem gemeinsamen Kegeln, beim Schwimmen, Spielen oder kreativen Arbeiten (Taschen und T-Shirts bemalen): Es war für jeden etwas dabei – und auch am Abend war Arbeit das Thema, über das am meisten gesprochen wurde.

Gemeinsamer Abschluss

Die drei Kleingruppen arbeiteten am Samstag und am Sonntagvormittag intensiv zusammen und präsentierten schließlich ihre Ergebnisse den Seminarteilnehmern der anderen Gruppe im gemeinsamen Abschluss.

Fazit

Ein Wochenende, das sich wieder einmal für alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen gelohnt hat: Bestehende Kontakte und Freundschaften konnten wieder aufgenommen und vertieft werden, neue Bekanntschaften entstanden. Wie geht es nach der Schule, nach der Ausbildung weiter? Was mache in Zeiten der Erwerbslosigkeit? Diese Fragen, die wohl jeden jungen Menschen beschäftigen, standen nicht nur im Zentrum der gemeinsamen Gruppenarbeit, sondern waren auch Teil der „Pausen“-Gespräche. Ein Jahr ist vergangen, seitdem die Gruppe zu letzt zusammen getroffen war. Ein Jahr, in dem viel passiert ist. Durch den Austausch, durch den Kontakt konnten die jungen Erwachsenen wieder viel mitnehmen und Ideen und Möglichkeiten sammeln, wie es bei ihnen selbst weitergeht.

Und das Schönste ist doch, sich wiederzusehen und gemeinsam eine Aufgabe zu bewältigen – bis zum nächsten Jahr!

Martina Ziegler

Zuletzt aktualisiert am Freitag, den 06. November 2009 um 16:45 Uhr
 

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